Denkmalpreis der Hypo-Kulturstiftung 2011
Montag, 12. September 2011

Schloss Haimendorf in Röthenbach

Ehemaliges Kanonikerhaus in Eichstätt
Wie in jedem Jahr hat auch im Jahr 2011 die Hypokulturstiftung einen Preis für die Erhaltung von Baudenkmälern verliehen. Der in diesem Jahr zum 26. Mal vergebene Denkmalpreis geht zu gleichen Teilen an das Ehepaar Hiendl in Eichstätt und an Professor Dr. von Oetinger in Röthenbach. Das in einem ummauerten Park gelegene Schloss Haimendorf in Röthenbach zählt zu den bedeutendsten Adelssitzen der Renaissance in Franken. Es handelt sich um einen drei-geschossigen Steinbau mit drei-geschossigem, mächtigem Dachaufbau. Seit seiner Erbauung in den Jahren 1561 bis 1566 befindet es sich in Familienbesitz. Im 19. Jahrhundert wurden die Wassergräben verfüllt und in Gartenanlagen umgewandelt. Diese Veränderung führte zu gravierenden statischen Schäden. Schloss Haimendorf wurde mit größtmöglicher Sorgfalt instand gesetzt. Eingriffe in die historische Substanz beschränken sich auf ein absolutes Minimum. Professor Dr. Bolko von Oetinger übernahm mit seinen Kindern die Beaufsichtigung des Gebäudes während der Baumaßnahme. Seinem Engagement ist der hervorragende, denkmalfachliche Rang der Gesamtmaßnahme entscheidend mit zu verdanken. Frau von Oetinger, eine geborene Freiin Fürer von Haimendorf, verstarb während der Vorbereitung der Instandsetzungsmaßnahme. Noch vor ihrem Ableben legte die die Grundsätze fest, nach denen sich die Instandsetzungsmaßnahme zu richten habe. Prof. Dr. von Oetinger führte das Vorhaben dann im Sinne seiner verstorbenen Frau durch. Das ehemalige Kanonikerhaus in der Pfarrgasse 3 steht in städtebaulich prominenter Stelle mitten in Eichstätt. Unter Einbeziehung eines steinernen Vorgängerbaus mit eigener Zisterze aus der Zeit um 1250 wurde es 1542/1543 errichtet. Das Dach ist mit Kalkplatten in typischer Jurahausbauweise gedeckt. Zwischen 1754 und 1765 erhielt das Gebäude seinen barocken Treppenaufgang. 1869 wurde ein großer Brotbackofen eingebaut, der bis etwa 1940 in Betrieb blieb. Das Gebäude Pfarrgasse 3 stand jahrelang ungenutzt leer. Mit Dr. Christoph und Barbara Hiendl fanden sich schließlich Persönlichkeiten, die sich von dem Zustand des Gebäudes nicht abschrecken ließen. Mit großer Sorgfalt und enormem persönlichen wie finanziellen Aufwand widmeten sie sich der Instandsetzung des Gebäudes. Zunächst ertüchtigte man die Statik des Gebäudes. Der historische Grundriss und der Dachraum blieben unangetastet. Sorgfältig restaurierte man die stuckierten und mit Wand- und Deckenmalereien aus der Zeit um 1800 versehenen Repräsentationssräume des Obergeschosses. Die Instandsetzung ist auch deshalb als besonders bedeutsam zu würdigen, da es sich bei dem Gebäude um eines der wenigen Anwesen Eichstätts handelt, die den Stadtbrand im 30-jährigen Krieg unbeschadet überstanden.
27. Denkmalpreis der Hypokulurstiftung
Montag, 12. September 2011
Denkmalpreis 2012 der Hypo-Kulturstiftung
Bewerben Sie sich um den Denkmalpreis 2012
Zur Förderung des Engagements von Eigentümern in der Denkmalpflege verleiht die Hypo-Kulturstiftung einen Preis, für den die folgenden Richtlinien gelten:
- Der Preis wird an Eigentümer verliehen, die sich bei der Erhaltung ihrer Baudenkmäler in besonderer Weise verdient gemacht haben. In erster Linie werden private Eigentümer ausgezeichnet. Erbbauberechtigte stehen den Eigentümern gleich, in besonders gelagerten Fällen auch Mieter und sonstige Nutzungsberechtigte. Als Baudenkmäler sind solche zu verstehen, die sich in Bayern befinden und in die Denkmallisten eingetragen sind.
- Über die Preisvergabe entscheidet eine von der Hypo-Kulturstiftung zu berufende Jury. Die Beschlüsse der Jury werden mit Stimmenmehrheit gefasst. Die Jury kann geeignete Institutionen bitten, Vorschläge einzureichen, insbesondere die Bezirksregierungen des Freistaates Bayern, das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, den Bayerischen Landesverein für Heimatpflege, das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, den Landesverband Bayerischer Haus-, Wohnungs– und Grundbesitzer e.V. und die Bayerische Architektenkammer.
- Der Preis wird jährlich verliehen, vorausgesetzt, es liegen genügend qualifizierte Bewerbungen vor.
- Verliehen wird ein Geldpreis in Höhe von € 25.000,00. Der Preis ist teilbar. Die Jury spricht ferner Anerkennungen aus, die mit jeweils € 5.000,00 dotiert sind. Die Zahl der Anerkennungen wird im Einvernehmen mit der Hypo-Kulturstiftung festgelegt.
- Die Namen der Preisträger und der Empfänger von Anerkennungen werden öffentlich bekanntgegeben.
- Ein Rechtsanspruch auf Zuerkennung eines Preises oder einer Anerkennung besteht nicht.
- Die Hypo-Kulturstiftung behält sich vor, die vorstehenden Richtlinien jederzeit zu ändern.
Die Hypo-Kulturstiftung hat Haus & Grund Bayern wiederum gebeten, zwei preiswürdige private Eigentümer in Vorschlag zu bringen.
Wir bitten deshalb Eigentümer, die sich um den Denkmalpreis bewerben wollen, bis spätestens
9. Dezember 2011, bei Haus & Grund Bayern, Sonnenstraße 11/III, 80331 München, folgende Unterlagen einzureichen:
- eine Projektbeschreibung, wenn möglich mit einigen Planunterlagen,
- Fotos, die den Zustand vor und nach der denkmalpflegerischen Maßnahme zeigen,
- eine Stellungnahme, die die besonderen Verdienste des Bewerbers beinhaltet und eine Übersicht gibt in Hinblick auf die Eigenleistung, den Kapitaleinsatz sowie öffentliche Fördermittel.
Vorschläge aus früheren Jahren können erneut eingereicht werden, jedoch darf die vollständige Fertigstellung außen und innen nicht älter als 2007 erfolgt sein. Grundsätzlich haben aktuell fertiggestellte Restaurierungsmaßnahmen Vorrang.
Die Preisverleihung für den Denkmalpreis 2012 wird voraussichtlich im Juli nächsten Jahres stattfinden. Wie auch bisher werden die Preisträger öffentlich vorgestellt werden.




